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Konzentrierte Gelassenheit

von | 5.03.26 | Blogbeiträge

Konzentrierte Gelassenheit – Was ich aus dem Sport für meine Führungsarbeit gelernt habe

Tennis ist – wie viele andere Sportarten – hochkomplex. Technik, Taktik, Kondition: all das ist entscheidend. Doch die größte Hürde liegt selten im Körperlichen. Sie liegt im Kopf.

Gerade im Spitzensport, wie wir ihn bei den Olympischen Spielen erleben, entscheidet oft nicht mehr die Technik über Gold oder Silber, sondern die mentale Stärke. Die Fähigkeit, im entscheidenden Moment die eigene Bestleistung abzurufen.

Als Tennisspielerin stand ich mir selbst häufig im Weg. Am besten spielte ich als unbekannte Außenseiterin auf den unteren Ranglistenplätzen, auf der keine Erwartungen lasteten. Ohne Druck konnte ich alles zeigen, was ich konnte, denn ich hatte nichts zu verlieren.

Wenn der Erwartungsdruck stieg und das Publikum wuchs, ging das Kopfkino los. Und mit dem Kopfkino schwand die Gelassenheit. Und mit der Gelassenheit verflog die Zuversicht und noch etwas viel Wichtigeres: die Konzentration auf das Wesentliche. Ich verkrampfte, je mehr ich anfing über jeden Schlag nachzudenken und wie ich ihn sauber ausführen müsste, statt auf meine Technik und das Können zu vertrauen.

Der größte Gegner steht im eigenen Kopf

In seinem Buch The Inner Game of Tennis beschreibt Timothy Gallwey, dass der größte Gegner nicht auf der anderen Seite des Netzes steht – sondern im eigenen Kopf.

Er unterscheidet zwischen:

  • Selbst 1 – dem inneren Kritiker, der bewertet, zweifelt und kontrolliert
  • Selbst 2 – dem natürlichen Können, das intuitiv weiß, was zu tun ist

Diese Unterscheidung ist nicht nur für Sportler relevant.

Wie bleibt man trotz Druck handlungsfähig? Durch “Konzentrierte Gelassenheit” – klingt paradox, ist jedoch der Schlüssel für wirksame Führungskräfte.

Leistung entsteht nicht durch mehr Druck, sondern durch mehr Fokus

Gute Führung bedeutet nicht, permanent zu bewerten oder anzutreiben. Menschen – und das gilt auch für Führungskräfte selbst – performen besser, wenn sie weniger innerlich blockiert und mehr befähigt sind.

Wer ständig kontrolliert und Druck aufbaut, aktiviert das „Selbst 1“.
Wer sich und anderen Vertrauen schenkt, stärkt das „Selbst 2“.

 

 

Konzentrierte Gelassenheit schlägt hektische Aktivität

Im Match bringt es nichts, jeden Fehler oder jedes Ereignis emotional zu kommentieren.Im Unternehmen auch nicht.

Führungskräfte, die ruhig bleiben, schaffen Stabilität und Orientierung – gerade unter Druck. Gelassenheit ist keine Schwäche. Sie ist eine Form von Stärke.

 

 

Aufmerksamkeit ist die wichtigste Ressource

Gallwey betont die Kraft neutraler Beobachtung.

Übertragen auf Führung heißt das:

  • Erst wahrnehmen, dann bewerten.
  • Erst verstehen, dann entscheiden.

Wer vorschnell interpretiert, reagiert. Wer bewusst beobachtet, agiert.

 

Mehr Vertrauen – weniger Kontrolle

Ein Tennisspieler spielt am besten, wenn er seinem Bewegungsablauf vertraut. Ein Team arbeitet am stärksten, wenn es Verantwortung spürt – statt permanenter Kritik oder Mikromanagement.

Kontrolle erzeugt Anspannung. Vertrauen erzeugt Leistung.

 

Konzentrierte Gelassenheit ist kein Widerspruch

Konzentrierte Gelassenheit bedeutet nicht Passivität.
Sie bedeutet:

  • präsent & fokussiert sein
  • klar denken
  • Emotionen entdramatisieren
  • auch unter Druck handlungsfähig bleiben

Vielleicht ist die entscheidende Führungsfrage daher nicht: „Wie motiviere ich mein Team?“

Sondern: „Wie ruhig und klar bin ich selbst, wenn es stressig wird?“

 

 

Einladung zur Reflexion und Entwicklung

Wenn Sie Ihre eigene Führungswirksamkeit stärken und lernen möchten, auch unter Druck klar und handlungsfähig zu bleiben, begleiten wir Sie gerne im Coaching oder in einem maßgeschneiderten Entwicklungsformat.

👉 Lassen Sie uns ins Gespräch kommen – für mehr Klarheit, innere Stärke und wirksame Führung.

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